Bundestagswahl: Nur Angst oder doch Realität?

Was die Schüler/innen vor der Wahl befürchteten und was wirklich geschah.

1. Einleitung: In diesem Jahr wurde am 23. Februar der Bundestag gewählt. Wie viele wissen: Wählen zu gehen, ist die Grundlage jeder Demokratie und fördert die Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger. Bereits im Voraus gab es einige Umfragen, die ein mögliches Ergebnis oder zumindest Tendenzen des Wahlverhaltens aufzeigten. Vorab haben wir uns deshalb einige Fragen gestellt: Haben die Schüler/innen der Eichenschule Angst vor den Ergebnissen? Gibt es Befürchtungen bezüglich der nächsten Regierung oder auch Hoffnung? Und auch die Frage: Hat Social Media Einfluss auf das Wahlverhalten der Bürgerinnen und Bürger? Ziel unseres heutigen Artikels ist es, einen Vergleich zwischen den Ängsten der Schüler/innen und den tatsächlichen Ergebnissen der Bundestagswahl herzustellen.

2. Die Umfrage an der Schule

Circa eine Woche vor der realen Wahl wurde unsere Umfrage gestartet. Sie lief bis Sonntag, 23.02., 08.00 Uhr. Insgesamt haben 191 von 867 Schüler/innen aus den Jahrgängen 5 – 13 teilgenommen.

Unsere erste Frage war: Habt ihr euch bezüglich der anstehenden Bundestagswahl mit dem Thema und den einzelnen Parteien auseinandergesetzt? Erfreulicherweise haben dies 91.1 Prozent der Befragten getan. Die meisten haben sich über die Familie informiert oder sonstige Gremien. Ca. 23% nutzten auch den Unterricht, um sich mit der Thematik zu beschäftigen. Wie bereits erwähnt gab es nur 8,9 %, die sich nicht vorab informiert haben.

Im Anschluss hat uns auch interessiert, ob die Schüler/innen Angst vor der bevorstehenden Wahl haben. 61.3 % der Befragten stimmten für ,,Ja‘‘ ab und 38.7% für ,,Nein‘‘. Selbstverständlich wollten wir in diesem Zusammenhang auch wissen, warum die Schüler/innen Ängste in sich tragen und wir haben viele verschiedene Antworten erhalten. Eine ganz häufig genannte Antwort war die Angst vor einem Wahlsieg der AfD (Alternative für Deutschland) oder generell vor einer rechten Regierung und einem steigenden Rechtsruck. Auch die Sorge um Krieg scheint unsere SuS sehr zu beschäftigen. Vermehrt haben wir auch gelesen, dass besonders die Koalitionsbildung ihnen Angst macht und sie sich fragen, ob es noch möglich sei, eine funktionierende Regierung zu bilden. Der Verlust von möglichen Freiheiten und Rechten scheint ebenfalls viele zu beunruhigen.

Im Zusammenhang mit den vorherigen Fragen hat uns ebenfalls interessiert, welche Befürchtungen die Schüler/innen bezüglich der nächsten Regierung haben.

Hier wurden beispielsweise die Sorge vor der Wiedereinführung der Wehrpflicht genannt oder ein Austritt aus der EU. Auch die Sorge davor, dass Friedrich Merz (Bundesvorsitzender der CDU und Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU- Bundestagsfraktion) der nächste Kanzler wird, erreichte uns oft. Auch Themen wie Wirtschaftspolitik und Migrationspolitik werfen viele Fragen und Befürchtungen bei den Befragten auf.

Besonders in der Altersgruppe der befragten Schüler/innen spielt Social Media, wie den meisten bekannt ist, eine große Rolle. Wir haben uns gefragt: Hat das ganze eigentlich eine Auswirkung auf die politische Meinung der Jugend?

Deshalb war dies auch unsere nächste Frage, bei der es klare Ergebnisse gab. 75,92% waren der Meinung, Social Media beeinflusse die Meinung anderer. 26,18% haben selbstkritisch gesagt, dass es auch auf ihre Einfluss nehme und circa gleich viele (25,23%) meinten, es habe keine Auswirkung auf die politische Meinung.

Wie wir bereits in den vorherigen Fragen gesehen haben, gibt es ganz viele verschiedene Ängste, aber auch einige, die die Mehrheit der Schüler/innen formulieren. Sorgen die Sozialen Medien eigentlich für mehr Angst und Befürchtungen bei den Befragten? 60.73% stimmten dem zu und 39.27% verneinten es. Unter den Antworten bei denen, die zustimmten, haben wir oft gefunden, dass Social Media Inhalte, wie z.B. über Krieg, sehr zugeschnitten und übertrieben darstelle und daher Ängste schüre. Auch die kontinuierlich auftretenden Fake-News und die damit einhergehende schwierige Differenzierung zwischen wahr und falsch, sei eine Ursache für mehr Angst bei den Schüler/innen. Auch der auftretende Extremismus auf den Plattformen, der laut den SuS in beide Richtungen gehe, sei beängstigend. Ebenfalls schaffe Social Media Algorithmen und politische ,,Bubbles‘‘, die Ziele der Parteien sehr einseitig und beschönigend darstelle und es somit weniger Meinungsvielfalt gebe.

Abschließend wollten wir auch mögliche positive Aspekte bezüglich der Wahl und Hoffnungen, die mit einer neuen Regierung kommen könnten, betrachten.

Schüler/innen haben Hoffnung auf:

– Feminismus

– Verbesserung der Lebensqualität der breiten Mittelschicht

– mehr Klimaschutz

– verbesserte Wirtschaftspolitik

– ein starker Zusammenhalt der Bürger/innen

– Frieden und Sicherheit

– mehr Toleranz

– geringere Kriminalitätsrate

– geregelte Migrationspolitik

3. Die realen Wahlergebnisse

Um unsere Ergebnisse mit den realen Zahlen vergleichen zu können, müssen wir selbstverständlich erst einmal die Ergebnisse der Bundestagswahl 2025 betrachten. Die CDU/CSU hat mit 28.52% die meisten Stimmen erhalten und ist die stärkste Fraktion. Nach ihnen mit 20.8% und einem Zuwachs von 10,4% im Vergleich zur Bundestagswahl 2021 folgte die AfD, die somit zweitstärkste Partei wurde. Einen besonders großen Verlust hatte die SPD, die mit 16.4% und einem Verlust von 9,3% ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis erzielte. Das Bündnis 90/ die Grünen erhielten 11.6% und die Linke hatte einen Zuwachs von 3,9% und kam auf 8.8%. Alle anderen Parteien lagen unter der 5% Hürde. Eine besonders positive Nachricht war die Wahlbeteiligung mit 82,5%, der höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Friedrich Merz von der CDU/CSU hat angekündigt, bis Ostern eine Regierungskoalition bilden zu wollen. Er schloss die Zusammenarbeit mit der AfD aus.

4. Vergleich der Schüler/innenmeinungen mit den Wahlergebnissen

Schauen wir auf unsere zuvor geschaltete Umfrage zurück, lassen sich durchaus einige Befürchtungen nennen, die eintraten. Besonders die Angst davor, dass die AfD einen starken Zuwachs hat, wurde Realität. Mit den dazugekommenen 10,4% ist sie wie bereits erwähnt zweitstärkste Partei geworden. Der befürchtete Rechtsruck lässt sich also durchaus wahrnehmen. Die Angst vor der scheiternden Koalitionsbildung ist selbstverständlich jetzt noch nicht vollständig zu beantworten. Viele vermuten jedoch, dass es ein komplexer Prozess wird. Friedrich Merz hat, wie zuvor thematisiert, die Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, diese Zusammenarbeit wäre ebenfalls eine Angst der Schüler/innen gewesen, und somit ist eine als realistischste einzustufende Option die ,,Große Koalition‘‘ mit der SPD. Es gibt allerdings auch zwischen diesen Parteien inhaltliche Differenzen und somit werden die kommenden Wochen zeigen, wie sich dieser Punkt entwickelt und ob die Befürchtungen der Schüler/innen wahr werden könnten.

Vereinzelt hatten wir auch gelesen, dass einige Schüler/innen Angst hatten, dass es die FDP nicht in den Bundestag schaffte. Dies ist nun aufgrund der 4,3% und dem Scheitern an der 5%-Hürde eingetreten.

Abschließend lässt sich vor allem noch einmal konkretisieren, wie wichtig die politische Bildung ist, weil sie kritisches Denken fördert, Manipulation vorbeugt und sie das Demokratieverständnis stärkt. Daher ist die politische Partizipation und Auseinandersetzung junger Menschen sehr wichtig.

Wie genau die nächste Regierung aussieht und ob die Befürchtungen der Befragten oder doch die von ihnen genannten positiven Aspekte und Hoffnungen eintreten, lässt sich aus heutiger Perspektive nicht sagen. Wir als Schülerzeitung werden uns auch in Zukunft weiterhin mit den Geschehnissen auseinandersetzen und euch berichten!

Ein Artikel von Chiara, Sophia und Milina aus dem Redaktionsteam 10

Das Beitragsbild wurde mit KI generiert.