#herStory – Florence Nightingale
Mitten im Chaos des Krimkrieges läuft eine Frau durch die dunklen Gänge eines Militärkrankenhauses. In der Hand hält sie keine Waffe. Nur eine Lampe. Diese Frau, die später als „The Lady with the Lamp“ bekannt sein wird, nennt sich Florence Nightingale. #herStory, das ist ein Format, in dem wir euch wichtige Frauen aus der Weltgeschichte vorstellen wollen die, wenn sie Männer gewesen wären, ganz sicher mehr Ruhm und Aufmerksamkeit bekommen hätten. Egal ob Musikerin, Aktivistin oder Autorin, sie kommen alle aus den verschiedensten Genres und haben alle beachtenswertes geleistet und verdienen mehr Aufmerksamkeit. Also, fangen wir an. Mit Florence Nightingale.
Florence wird am 12. Mai 1820 in Florenz, der Stadt, die ihr ihren Namen gibt, geboren. Durch eine Erbschaft wachsen sie und ihre Schwester in damals sehr privilegierten Verhältnissen auf, weshalb Florence schon in frühen Jahren Zugang zu Bildung hatte, was für Frauen in der damaligen Zeit eine Besonderheit darstellte. Obwohl Florence Wunsch Krankenpflegerin zu werden sich im Laufe der Jahre festigt, sind ihre Eltern gegen eine Ausbildung zur Krankenschwester, da dies nicht zu den damaligen Vorstellungen der Rolle einer Frau passt. Zu dem soll sie über eine schlechte Gesundheit verfügt haben, was der Ansicht ihrer Eltern nach ebenfalls ein Nachteil in dem Beruf der Krankenpflegerin darstellte. Trotz dieser Widerstände und der Ablehnung ihrer Eltern, beginnt Florence 1850, im Alter von 30 Jahren ihre Ausbildung zur Krankenpflegerin in einer Diakonischen Einrichtung. Nach ihrer Ausbildung arbeitet sie erstmal in einem Pflegeheim, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Später übernimmt sie dann auch dessen Leitung.
Doch sehr viel bekannter ist Florence Nightingale aus heutiger Sicht für ihre Taten während des Krimkrieges. Nach Ausbruch des Krieges, fehlt es nahe der Frontlinie an medizinischem Personal, sowie richtiger Ausrüstung, so dass sich Nightingale, nachdem sie von den dort herrschenden Zuständen hört, schließlich freiwillig mit einer Gruppe Pflegerinnen auf den Weg nach Scutari, im heutigen Albanien macht. Schon kurz nach ihrer Ankunft erkennt sie, dass viele Verletzten zwar ihren Wunden erliegen, sich aber oft auch auf Grund der schlechten Hygiene mit Keimen infizieren, was schlussendlich ausschlaggebend für die hohe Todesrate war. Um diese Erkrankungen einzudämmen, sorgen die Krankenschwestern unter Florence Nightingales Leitung gleich nach ihrer Ankunft für bessre hygienische Verhältnisse, in dem sie die verdreckten Böden säubern oder auch veraltete Verbände und dreckige Kleidung wechseln. Obwohl sich viele der männlichen Ärzten anfangs gegen die Maßnahmen der Krankenschwestern währen, mussten auch sie nach einer Zeit einsehen, dass die verbesserte Hygiene für eine bessere Heilung förderlich war. In der Zeit des Krimkrieges erhielt Florence Nightingale auch den Spitznamen, für den sie heute so bekannt ist: The Lady with the Lamp. Jeden Abend zog sie mit ihrer Öllampe durch die Gänge des Krankenhauses und schaute bei den verwundeten Soldaten noch einmal nach dem Rechten. Egal wie dunkel es war, Florence kam verlässlich mit ihrer Lampe vorbei. Nach dem Krimkrieg kehrt die Gruppe um Florence Nightingale nach England zurück. Voll mit neuen Erfahrungen und dem Wunsch etwas in der Pflege zu verändern gründet sie die “Nightingale School of Nursing”, eine der ersten professionellen und von der Kirche unabhängigen Ausbildungsschulen für Krankenschwestern. Auch ihr Ratgeber zur Krankenpflege macht Florence später weltbekannt.
Eines ist heute klar: ohne Florence Nightingale wäre unser Krankensystem heute nicht so modern und hygienisch aufgebaut wie es glücklicherweise ist. Sie hat als Frau, die sich gegen jegliche Widerstände auf dem Weg zu ihrem Traumberuf gewehrt hat, das Gesundheitssystem revolutioniert und sich für alle eingesetzt, die ihre Hilfe gebraucht haben. Florence Nightingale trug vielleicht „nur“ eine Lampe in der Hand – aber mit ihrem Mut, ihrem Wissen und ihrem unerschütterlichen Einsatz hat sie ein ganzes System erleuchtet und den Weg für Generationen von Frauen in der Pflege geebnet. #herStory – weil ihre Geschichte nicht im Schatten stehen sollte.
Feemke Steinecke
(Das Beitragsbild wurde mit Canva AI erstellt)