#herStory – Harriet Tubman

In der Dunkelheit der Nacht schlich eine Frau durch die Sümpfe Marylands – entschlossen, unbeirrbar und bereit, alles zu riskieren. Harriet Tubman wurde so zu einer der wichtigsten Figuren im Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit.

Harriet Tubman ist heute einer der bekanntesten afroamerikanischen Fluchthelferinnen. Sie wurde um 1820 in Maryland als Araminta „Minty“ Ross geboren. Was sich später änderte zu Harriet Tubman, als sie heiratete. Im Alter von fünf oder sechs Jahren wurde Harriet bereits schon von ihrem Besitzer als arbeitsfähig angesehen und mehrfach an andere Sklavenhalter vermietet. Sie hatte Aufgaben wie: auf ein Baby aufpassen, Plantagenarbeiten erledigen, und mit zunehmendem Alter wurde sie auch bei Waldarbeiten und auf Plantagenfeldern zum Pflügen und Führen des Ochsengespanns eingesetzt. Auch eine Masernerkrankung war kein Anlass, sie von diesen Arbeiten zu entbinden.

Als sie dreizehn Jahre alt war, erlitt sie eine schwere Kopfverletzung, die sie für den Rest ihres Lebens durch auftretende Halluzinationen und lebhafte Träume beeinträchtigt hat. Man schickte sie zu einem Laden, um Vorräte zu kaufen, wo sie auf einen anderen Sklaven traf, der sich ohne Erlaubnis seiner Plantagenbesitzerfamilie von der Feldarbeit entfernt hatte. Der zuständige Aufseher des Sklaven kam und verlangte von Harriet, ihm zu helfen, den entflohenen Sklaven zurückzubringen. Harriet aber weigerte sich, und als der Sklave fortlief, um zu flüchten, nahm sein Aufseher ein zwei Pfund schweres Gewicht von der Theke im Laden und warf damit nach dem Sklaven. Das Gewicht verfehlte aber sein Ziel und traf stattdessen Harriet am Kopf. Man führte es später auf ihr dickes Haar zurück, dass sie überhaupt überlebt hat. Sie wurde bewusstlos und blutend zur Plantage zurückgebracht, auf der sie zu der Zeit arbeitete, und man ließ sie zwei Tage lang ohne medizinische Versorgung auf einer Bank liegen. Sie wurde schnell wieder zur Feldarbeit zurückgeschickt, obwohl ihr noch – wie sie später selbst beschrieb – Schweiß und Blut übers Gesicht liefen, so dass sie eigentlich kaum etwas sehen konnte. Ihr Leihbesitzer schickte sie schließlich zurück, und man versuchte, sie zu verkaufen – jedoch ohne Erfolg.

Um 1849 startete Harriet ihren ersten Fluchtversuch mit ihren Brüdern. Die drei Geschwister kamen allerdings schnell freiwillig zurück, da Harriets Brüder kurz nach dem Aufbruch Zweifel an ihrer Entscheidung bekamen. Harriet floh daher wenig später allein nach Pennsylvania. Sie nutzte für ihre Flucht ein Netzwerk von Fluchthelfern, das Underground Railroad genannt wird, für das sie später auch selbst arbeitete. Dieses gut organisierte Netzwerk bestand aus freien Schwarzen und weißen Sklavereigegnern. Auf ihrer Flucht nach Pennsylvania legte sie einen großen Teil der Strecke in der Nacht zurück, was das Risiko senkte, entdeckt und aufgegriffen zu werden. Harriet gelang ihre Flucht schließlich, und sie kehrte später mehrmals zurück nach Maryland, um Mitgliedern ihrer Familie und anderen zur Flucht zu verhelfen. Die erfolgreichen Fluchten ließen sie unter dem Namen „Moses“ bekannt werden, und man sagt, dass sie bei jeder Rückkehr nach Maryland an Mut und Sicherheit gewann.

Innerhalb von elf Jahren kehrte Harriet insgesamt 13 Mal zurück an die Ostküste Marylands. Von dort verhalf sie etwa 70 Sklaven in die Freiheit. Über die direkten Rettungen hinaus verhalf sie außerdem durch die Organisation von Fluchtrouten und die Vermittlung von Kontakten weiteren Hunderten Sklaven zur Freiheit. Während ihrer gesamten Zeit als Fluchthelferin der Underground Railroad wurde weder sie noch einer der Sklaven, denen sie zur Flucht Richtung Norden verhalf, gefasst – was Harriet heute zu einer der bedeutendsten Frauen der Geschichte macht.

Der Artikel wurde von unser Redakteurin Isabell aus dem 10. Jahrgang verfasst.

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