Alice Schwarzer vs. Esther Vilar – der Kampf um den Feminismus
Heute ist Muttertag. Anlässlich dessen setzt sich Charlotte aus dem 10. Jahrgang mit der Rolle von Müttern und Frauen in der Gesellschaft auseinander und schaut auch, wie es vor knapp 50 damit ausgesehen hat.
Feminismus ist in der heutigen Zeit ein sehr relevantes Thema. Doch mittlerweile gibt es wieder Rückschritte. Es gibt immer mehr Menschen, die in alte Denkmuster zurückfallen, wie zum Beispiel die sogenannten Trad Wives, die in das klassische Bild der Hausfrau gehören wollen und sich selbst nur als Köchin, Mutter und Ehefrau ansehen – ganz genau so wie früher. Es gibt immer noch Kontroversen über den Wert der Frau im 20./21. Jahrhundert und dies wird wieder sehr deutlich.
Am 6. Februar vor 50 Jahren fand im deutschen Fernsehen ein spannendes Streitgespräch zwischen der Journalistin und Feministin Alice Schwarzer und der Autorin und Anti-Feministin Esther Vilar statt. Das Gespräch beherrschte über Wochen die Schlagzeilen und sorgte für jede Menge Aufregung. Die Konversation zwischen den beiden Frauen wurde weder unterbrochen noch moderiert, sondern die beiden waren sich regelrecht ausgeliefert, was für sehr viel Dynamik sorgte.
In dem Gespräch kamen die beiden auf Esther Vilars Buch mit dem Titel „Der dressierte Mann“ zu sprechen. Esther Vilar vertritt die Meinung, Frauen hätten es besser als Männer und hätten keinen Grund sich benachteiligt zu fühlen. Alice Schwarzer schreibt darüber einige Jahre nach dem Gespräch:
„Sie redete ganz einfach den emanzipationsgestressten Männern nach dem Maul und lieferte griffige Parolen für die Stammtische. Stil: Die Frauen sind eh an allem schuld, wer erzieht schließlich die Kinder! Die Männer sind die eigentlich Ausgebeuteten! Die Frauen machen sich einen faulen Lenz auf Kosten der Männer, liegen den ganzen lieben langen Tag auf dem Sofa und futtern Pralinen!“
Esther Vilars Denkmuster wird größtenteils von Männern vertreten. Dass eine Frau genauso denkt, ist natürlich eher selten und war somit auch der Grund, weshalb Esther Vilar so viel Aufmerksamkeit bekam.
Alice Schwarzer setzt sich hingegen für die Rechte von Frauen ein und ist Teil der feministischen Bewegung. Kein Wunder also, dass das Gespräch sehr spannend verlief.
Auffällig fand ich insbesondere, dass das Gespräch relativ fair verlief. Beide Frauen haben gut argumentiert und keine hat die andere in den Schatten gestellt beziehungsweise es ging keine als Verliererin oder Gewinnerin aus dem Gespräch heraus.
Ich persönlich finde Esther Vilars Ansichten sehr unverständlich und ich verstehe nicht, was sie dazu bewegt hat, so zu denken. Alice Schwarzer hingegen empfinde ich als äußerst klug und ich finde sie hat gut gesprochen und argumentiert.
Unter dem Video des Gespräches auf YouTube gibt es zahlreiche Kommentare, die meiner Meinung nach überraschenderweise Esther Vilar unterstützen und gegen Alice Schwarzer sprechen. Hier ein paar Beispiele:
Jede Wette Frau Schwarzer erinnert sich heute an Frau Vilar und denkt: „Scheiße, sie hatte Recht!“
Respekt Esther Vilar Endlich eine echte Frau
Schwarzer ist so ein ätzender, überheblicher und hass erfüllter Mensch.
Der Feminismus – die Wurzel allen Übels…
Die Männer bauen nur mal kurz ein Haus – Aber die Frauen machen die Schnittchen dafür!
Da fehlt eindeutig ein Mann der das Gespräch leitet!
Diese Kommentare kommen alle von Männern. Es ist wirklich erschreckend, dass es in der heutigen Zeit immer noch Menschen gibt, die ihr Selbstwertgefühl mit solchen Sprüchen aufzubessern versuchen und so irrelevante und zurückgebliebene Denkmuster äußern. Man sieht: Heutzutage gibt es immer noch Kontroversen zu der Situation vor 50 Jahren. Von wegen, wir brauchen keinen Feminismus mehr!
Ein Kommentar von Charlotte aus Jahrgang 10
Bild erstellt mit der KI DALL.E 3