Behind the scenes — Das Hurricanefestival
Wir haben ein Interview mit Jonas Rohde, dem Head of Communications von FKP Scorpio, also dem Hurricanefestival-Veranstalter, durchgeführt. Hier erfahrt ihr, wieviel Organisation wirklich hinter so einem Festival steckt und lernt eine andere Perspektive als die der Besucher kennen.
ES-Magazin: Wer seid ihr und was ist eure Arbeit?
Jonas Rohde: Wir sind FKP Scorpio, und unsere Arbeit ist gleichzeitig auch unsere Leidenschaft: Wir organisieren Musik- und Kulturveranstaltungen, also zum Beispiel Konzerte, Tourneen oder Ausstellungen.
ES-Magazin: Was macht dieses Jubiläumsjahr besonders?
Jonas Rohde: Das Hurricane feiert 30 Jahre. Dass es ein Festival so lange gibt, ist nicht selbstverständlich, und wir freuen uns sehr über diesen Erfolg, den wir auch den Menschen in der Region zu verdanken haben. In diesem Jahr wird es viele Besonderheiten geben, zum Beispiel spielt die Band Billy Talent ihr gesamtes Album „Billy Talent II“, das genau zum Hurricane 2006 erschienen ist. Andere Überraschungen zu unserem Geburtstag wird es auch geben, aber die verraten wir noch nicht
ES-Magazin: Wir schreiben insbesondere für ein jüngeres Publikum. Viele waren noch nie auf einem Festival. Warum sollten sie hingehen?
Jonas Rohde: Festivals sind für uns aus vielen Gründen magische Orte. Zuerst ist da natürlich die Musik: So viele Konzerte von Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt an einem Ort – das gibt es nur in Scheeßel. Außerdem fühlen sich viele Menschen auf einem Festival besonders frei, und vor den Bühnen oder auf dem Campingplatz ist es egal, wer du bist oder wie viel du verdienst. Alle Menschen sind bei uns gleich.
ES-Magazin: Für welche Generation ist das Hurricane eigentlich gemacht? War es ursprünglich einmal für eine bestimmte Zielgruppe gedacht?
Jonas Rohde: Das Hurricane war und ist vor allem für junge Leute gedacht, die meisten Gäste sind Anfang bis Mitte 20. Schön finden wir aber, dass uns auch Menschen gerne besuchen, die älter sind. Manche kommen auch mit ihren fast erwachsenen Kindern, so wird das Hurricane zu einem Familienfest, das Generationen vereint.
ES-Magazin: Was ist jetzt noch zu tun, kurz vor dem Festival?
Jonas Rohde: Wir sind gerade damit beschäftigt, den Aufbau voranzubringen, außerdem ist gerade die Zeit der vielen Fragen. Unsere Gäste, unsere Artists oder die Medien: Alle wollen irgendwas zum Hurricane wissen, daher sind wir nicht nur auf dem Eichenring unterwegs, sondern schreiben auch sehr viele Mails.
ES-Magazin: Wie lange im Voraus plant man ein Festival und fragt Acts an?
Jonas Rohde: Die Planung eines Festivals ist eigentlich nie abgeschlossen. Wenn das Hurricane vorbei ist, beginnt gleich der Vorverkauf für das nächste Jahr, und mit den größeren Namen für das Line-up sprechen wir auch bereits über 2027 und darüber hinaus.
ES-Magazin: Gibt es schon Bands für 2027?
Jonas Rohde: Dazu melden wir uns, sobald es Neuigkeiten gibt.
ES-Magazin: Wonach beziehungsweise nach wem richtet sich das Musikprogramm? Die Bands, die wir sehen wollen, kennen unsere Eltern oft nicht – und umgekehrt. Wie findet man die richtige Mischung zwischen verschiedenen Generationen?
Jonas Rohde: Das ist tatsächlich ein Balance-Akt! Unser Booking spricht auch gern von „Lego bauen“. Das Ziel ist aber immer das gleiche: Wir wollen eine interessante Mischung aus großen Namen und spannenden Newcomern finden, die Fans von Rock, Pop oder Hip-Hop gleichermaßen begeistert. Das Alter ist dafür erstmal zweitrangig.
ES-Magazin: Ab wann darf ich eigentlich aufs Festival?
Jonas Rohde: Schaut mal hier unter „Jugendschutz“: Alles, was du wissen musst – Hurricane Festival
ES-Magazin: Gibt es viel Ärger, auch im Zusammenhang mit dem Jugendschutzgesetz?
Jonas Rohde: Nein.
ES-Magazin: Haben Sie einen Geheimtipp für Festival-Neulinge?
Jonas Rohde: Die wichtigsten Tipps sind nicht wirklich geheim: Packt für unterschiedliche Wetterlagen und denkt daran, dass es tagsüber heiß und nachts kalt sein kann!
ES-Magazin: Was treibt Sie in Ihrer Arbeit an? Warum arbeiten Sie für das Hurricane beziehungsweise für Festivals allgemein?
Jonas Rohde: Die Antwort auf diese Frage klingt bestimmt ein bisschen kitschig, aber das macht sie nicht weniger wahr: Gute Konzerte und gemeinsam erlebte Musik bringen Menschen zusammen und verbinden sie auf eine unmittelbare Weise, die man im Alltag sonst schwer findet. Davon abgesehen, dass wir Musik lieben, ist ihre Wirkung auf uns Menschen wohl das, was unseren Job so wertvoll macht: Auf einem Festival ist es egal, wer du bist oder ob du allein oder mit deinen Freunden kommst. Du wirst dich auf jeden Fall als Teil eines Ganzen fühlen. Mit Blick auf die konfliktreiche Weltlage wird dieses Gefühl immer seltener – auch deshalb sehnen sich viele Menschen nach einer Auszeit vom Alltag.
ES-Magazin: Welche Bands aus dem diesjährigen Line-up sind Ihre persönlichen Favoriten? Zu welchen Konzerten würden Sie auf jeden Fall gehen?
Jonas Rohde: Das ist echt schwierig zu beantworten. Für uns spricht das Line-up als Ganzes, und natürlich erwarten wir viele Menschen bei unseren Headliner-Shows.
ES-Magazin: Haben Sie noch eine Botschaft an die Schülerinnen und Schüler der Eichenschule und an Jugendliche, die ihre erste Festivalerfahrung machen?
Jonas Rohde: Herzlich willkommen bei uns! Genießt die Musik und lasst euch treiben. Und auch wenn’s schwerfällt: Hört auf eure Eltern! Die waren nämlich auch mal in eurem Alter und wahrscheinlich schon bei uns zu Gast. ;-P
Dieses Interview wurde online von Jule und Paulina aus dem 10. Jahrgang geführt.