Wenn Scheeßel zur Festivalmetropole wird

Bald ist es wieder soweit: Jedes Jahr im Juni verwandelt sich Scheeßel für ein Wochenende in eine Festivalmetropole. Tausende Musikfans reisen bereits ab Mittwoch zum Hurricane Festival an und unser sonst eher stille Heimatort verändert sich komplett. Während internationale Künstler auf den Bühnen stehen, laufen hinter den Kulissen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. Doch davon bekommen wir als Scheeßeler oft viel mehr mit als die meisten Gäste. Auf einmal fährt unser Bus nicht mehr wie gewohnt, weil die gesamte B75 voller Autos ist, es ist lauter als sonst und überall sind Menschen unterwegs.

Trotzdem stehen viele von uns Jugendlichen dem Festival positiv gegenüber. „Die Straße ist vielleicht überfüllt, aber dann fahre ich eben mit dem Fahrrad und begegne auf meinem Weg noch vielen lustigen Festivalbesuchern“, erzählt eine Schülerin. Denn das Hurricane ist für die meisten von uns eines der Highlights des Jahres. Endlich wird es mal laut bei uns: Langeweile, Leerstand und Alltagsstress geraten für ein paar Tage in den Hintergrund und plötzlich ist in Scheeßel richtig etwas los. „Ich habe immer das Gefühl, dass es dem ganzen Ort gut tut“, sagt ein Schüler. „Alles wirkt auf einmal lockerer, man trifft all seine Freunde und lernt neue Leute kennen.“

Schon Wochen vor dem Festival steigt bei vielen die Vorfreude. Das Hurricane veröffentlicht nach und nach das Line-up und den Timetable, Acts werden diskutiert und noch vor dem ersten Schritt aufs Gelände werden Campinggruppen und Fahrgemeinschaften organisiert. Für viele beginnt das Hurricane-Feeling deshalb nicht erst am Donnerstag, sondern schon lange vorher. Ähnlich ist es auch für die Organisatoren: Nach dem Festival ist vor dem Festival. Schon kurz nach dem Ende starten die Vorbereitungen für das nächste Jahr. Acts müssen angefragt und gebucht, das Gelände geplant und Sicherheitskonzepte erstellt werden. Nachdem das Festival im vergangenen Jahr vorbei war, warteten viele gespannt auf das neue Line-up: und das hält auch dieses Jahr wieder einige große Namen bereit. 

Wir haben nachgefragt: Welche Bands sind die größten Publikumsmagneten? Worauf freuen wir jugendlichen Besucher uns am meisten? Und welche Bedeutung hat das Festival eigentlich für uns persönlich?

Bei unserer kleinen Umfrage zeigte sich schnell, auf wen sich viele besonders freuen: Kraftklub, Empire of the Sun und BHZ gehören zu den beliebtesten Acts. Für einige steht aber die Musik garnicht unbedingt im Vordergrund. Viel wichtiger ist das besondere Festivalgefühl: gemeinsam Zeit mit Freunden zu verbringen, neue Menschen kennenzulernen und Erinnerungen zu schaffen, die noch lange bleiben. „Die besten Momente sind oft die zwischen den Konzerten“, meint eine Schülerin. Gemeinsam neue Erinnerungen schaffen und eine gute Zeit haben, das ist das Motto vieler. 

Natürlich bringt das Hurricane auch Nachteile mit sich. Viele Menschen, die nicht auf das Festival gehen, fühlen sich durch den Verkehr, den Lärm oder den Müll gestört. Und auch für uns Scheeßeler bedeutet das Wochenende manchmal Umwege, längere Fahrzeiten und ein bisschen mehr Chaos als sonst. Doch egal, ob man wegen der Musik, der Gemeinschaft oder einfach wegen der besonderen Atmosphäre kommt: Das Hurricane gehört inzwischen zu Scheeßel dazu. Und wenn es nur die Möglichkeit ist, mithilfe des Festivals zu erklären, woher man kommt – plötzlich wissen die Leute, wo Scheeßel liegt.

Für viele von uns ist es weit mehr als nur ein Festival: Es ist ein Wochenende, auf das man sich das ganze Jahr freut und das zeigt, dass selbst ein kleiner Ort für ein paar Tage ganz groß sein kann. Ein Ort für Gemeinschaft, neue Bekanntschaften und unvergessliche Momente. Ein Ort, an dem man einfach glücklich sein kann.

Dieser Artikel wurde von Jule und Paulina aus dem 10. Jahrgang geschrieben.

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