Die mysteriöse Konklave – alles was ihr über die Wahl des Papstes wissen müsst

Papst Franziskus ist tot. Das passierte am Ostermontag, wie ihr alle sicherlich gehört habt. Eine Nachricht, die durch die Welt ging. Und jetzt? Nach dem Tod eines Papstes muss, um es einfach zu sagen, ein neuer her. Aber wie? Wie wird man eigentlich Papst? 

Der Papst wird schon seit knapp 1000 Jahren in einem speziellen Wahlverfahren bestimmt und in sein Amt erhoben: durch das geheimnisumwitterte Konklave. Dieses beginnt am heutigen Mittwoch. Doch was dieses mysteriöse Konklave genau ist, das wird viel zu selten erklärt. Deshalb hier für euch: Das Konklave, leicht und einfach erklärt.

Das Konklave ist, vereinfacht gesagt, die traditionelle Wahl des Papstes. Hierbei treffen sich die Kardinäle in Rom, um ein neues Oberhaupt der katholischen Kirche zu wählen. Die Wahl findet geheim statt, sodass es nicht nachzuvollziehen ist, für wen ein Kardinal seine Stimme abgibt. Beim Konklave gibt es keine vorformulierten Stimmzettel oder feste Bewerber. Alle versammelten Kardinäle sind einerseits wahlberechtigt, können andererseits aber auch selber der zukünftige Papst werden. Sie haben also passives und aktives Wahlrecht zugleich. Das Konklave zur aktuellen Papstwahl beginnt am heutigen Mittwoch, dem 7. Mai 2025.

Aber wer bestimmt denn da jetzt eigentlich wirklich, wer der neue Papst wird? Wer zieht die Strippen und wer sind diese Kardinäle? Um Kardinal zu werden, muss man die Priesterweihe empfangen haben und zudem ein besonders gläubiges und sittsames Leben führen. Das Amt des Kardinals, in das man vom Papst persönlich erhoben werden muss, ist dadurch auch nach dem des Papstes das ranghöchste der katholischen Kirche. Das Konklave besteht immer aus allen wahlberechtigten Kardinälen, genauer definiert sind das alle Kardinäle, die zu Beginn des Konklaves die Altersgrenze von 80 Jahren nicht überschritten haben. Manche Kardinäle lehnen die Teilnahme am Konklave jedoch auch aus gesundheitlichen Gründen ab, auch wenn sie eigentlich wahlberechtigt wären. Dieses Mal sind von weltweit 257 Kardinälen 135 wahlberechtigt, laut aktuellen Medienberichten werden auf Grund von besagten gesundheitlichen Absagen aber nur 133 Kardinäle in Rom erwartet. Einer dieser Kardinäle wird nach Ende des Konklaves der neue Papst sein. 

Schon seit dem Jahr 1878 kommt das Konklave in der Sixtinischen Kapelle, die im Vatikan nördlich des Petersdoms liegt, zusammen. Die Sixtinische Kapelle ist für ihre Deckengemälde von Michelangelo sehr bekannt. Zu Beginn des Konklaves wird jeder teilnehmende Kardinal vereidigt, wobei er schwört, seine Rolle verantwortungsvoll und gewissenhaft zu nutzen. Danach werden alle nicht beteiligten Anwesenden aus der Sixtinischen Kapelle gebeten. Genau das ist bei dieser speziellen Wahl nämlich ein essenziell wichtiger Punkt: die Wahl findet ohne Einfluss von außen statt. Weder Handys noch Zeitungen oder das Verlassen der Kapelle ist nach Beginn der Wahl gestattet. Damit soll sichergestellt werden, dass sich die Kardinäle ihre Meinung allein auf Grund ihrer eigenen Überzeugung und ihres Glaubens bilden.

Nach diesem Prozess wird der Saal der Sixtinischen Kapelle verschlossen, früher wurde er sogar zugemauert, um ganz sicher zu sein, dass niemand Unbefugtes sich Zutritt zum Konklave verschaffen kann. Heute reicht jedoch ein einfaches Verschließen. Pro Wahlgang schreibt jeder der Kardinäle den Namen seines Favoriten auf ein einfaches Stück Papier. Namentlich werden dann alle Wählenden nacheinander aufgerufen und nach vorne gebeten, wo der „Stimmzettel“ nach einem kurzen Gebet in eine speziell gefertigte Wahlurne geworfen wird. Nur wenn am Ende die Stimmenanzahl mit der der Kardinäle übereinstimmt, gilt der Wahlgang als gültig. Dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis einer der 133 Kardinälen die nötige 2/3-Mehrheit erhält. 

Wenn ein neuer Papst gewählt wurde, muss dies natürlich auch an die Öffentlichkeit getragen werden. Das geschieht beim Konklave mit einer ganz besonderen Methode: dem Rauch. Für diesen wird extra ein Schornstein auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle montiert. Wird ein Wahlgang beendet, ohne dass einer der Kardinäle die nötige 2/3 Mehrheit bekommt, werden die Stimmzettel so verbrannt, dass der Rauch, der dabei entsteht, schwarz ist. Alle wartenden Anwesenden auf dem Petersplatz wissen dadurch als erstes über den negativen Ausgang des Wahldurchganges Bescheid. Hat sich das Konklave jedoch auf einen neuen Papst geeinigt, ist der Rauch der brennenden Stimmzettel mithilfe eines Zusatzes aus speziellen Chemikalien weiß, und signalisiert der ganzen Welt die frohe Kunde der erfolgreichen Wahl eines neuen Oberhaupts der katholischen Kirche. 

Soweit für euch einmal alles Wichtige, was ihr über die bevorstehende Papstwahl, oder wie ihr es jetzt kennt, das Konklave, wissen müsst. Egal, wie die Wahl am Ende ausgehen wird, sie wird richtungsweisend für die Zukunft der katholischen Kirche sein. Und deshalb werden sich ab Mittwoch alle Augen immer wieder auf Rom richten, bis es schließlich heißt: „Habemus papam!“ – Wir haben einen Papst. 

Das Konklave hat euch Feemke aus dem Redaktionsteam 9 erklärt. Die genutzten Piktogramme sind gemeinfreie Vektorgrafiken.

Blockbuster oder Lektüre zum Konklave: Der aktuelle Film „Konklave“ (2024) mit Ralph Fiennes ist sehenswert; für die Leseratten unter euch, könnte „Illuminati“ von Dan Brown ein spannender Verschwörungsroman rund um das Konklave sein.

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