Dorfgirlcafé eröffnet in Scheeßel: Ein Ort für Kreativität, Begegnungen und Zusammenhalt
Scheeßel. „Zusammen sind wir groß, riesengroß“ – mit diesen gesungenen Zeilen beginnt am Freitag die Eröffnung des Dorfgirlcafé-Pop up-Stores in der Scheeßeler Ortsmitte. Das Motto könnte passender kaum sein: Es steht für ein Projekt, das von jungen Menschen aufdie Beine gestellt wurde und Gemeinschaft, Kreativität und Girlhood in den Mittelpunkt stellt.
Für diesen besonders emotionalen Anfang sorgt Mathilda, die zur Eröffnung singt. Das Lied stammt aus dem Lieblingsfilm „Vier zauberhafte Schwestern“ der 11-jährigen und handelt von Freundschaft. Gleichzeitig repräsentiert es den Zusammenhalt innerhalb der weiblichen Jugend und handelt davon, was man gemeinsam erreichen kann.
Entsprechend aufgeregt ist die junge Sängerin vor ihrem Auftritt. „Mir geht’s schlecht, ich bin total aufgeregt“, sagt sie kurz vor der Eröffnung. Trotzdem freut sie sich riesig darauf, Teil dieses besonderen Projekts zu sein.
Weiter geht die Eröffnungsfeier mit einer Führung durch die Räumlichkeiten. Hier werden selbst gemalte Bilder der Eichenschüler ausgestellt, Kuchen und Getränke verkauft. Letzte Woche Freitag, den 05.06. hat das Café schon wieder geschlossen.
Die Idee für das Dorfgirlcafé entstand eher sehr spontan. „Mir hat so etwas als Dorfgirl in meiner Kindheit gefehlt. Ich wollte es einfach mal selber machen“, erklärt Initiatorin Kaddie Rothe. Eine große Finanzierung des Projektes gibt es nicht. „Gar nicht, das ist das Problem. Deswegen probieren wir es einfach mal.“ Gerade deshalb sei das Projekt ein Beispiel dafür, wie wichtig Eigeninitiative und Teamarbeit sein können.
In den vergangenen drei Wochen haben die Beteiligten gemeinsam geplant, organisiert und improvisiert. Dabei verfolgen sie mehrere Ziele: Sie wollen zeigen, wie leerstehende Ladenflächen mit neuem Leben gefüllt werden können, und gleichzeitig einen offenen Treffpunkt für jeden schaffen. Besonders wichtig ist den Organisatorinnen, dass das Dorfgirlcafé kein exklusiver Ort bleibt. „Das ist nicht nur für Eichenschülerinnen und Eichenschüler, sondern wirklich für jeden“, betont Kaddie. Alter, Geschlecht oder Herkunft spielten keine Rolle. „Habt ihr Ideen? Dann kommt einfach vorbei.“
Auch Frau Jubin blickt mit gemischten Gefühlen auf die Eröffnungstage zurück. Nach intensiven Vorbereitungen fühlt sie sich vor allem erschöpft. Gleichzeitig ist sie aber auch „total euphorisch“ und „extrem glücklich“. Für sie steht vor allem der Gedanke im Vordergrund, neue Menschen kennenzulernen und gemeinsam kreativ zu werden. „Besonders wichtig ist, einen Ort zu schaffen, an dem jeder einfach man selbst sein kann.“
Wie kurzfristig das ganze Projekt organisiert wurde, zeigt ein Blick hinter die Kulissen: „Zwei Tage vor der Eröffnung hatten wir noch fast nichts, der ganze Raum war noch leer“, erzählt Frau Jubin lachend. Vieles sei improvisiert worden. Umso größer sei nun die Freude, dass das Projekt tatsächlich Realität geworden ist. Ihr Wunsch für die gesamte Woche: Dass die Besucherinnen und Besucher die Räume künftig mit eigenen Ideen füllen und das Dorfgirlcafé zu einem lebendigen Treffpunkt machen.
Zum Empfang kommen außerdem Bürgermeisterin Rieke Jungemann und Vizekanzler Lars Klingbeil. Auch sie zeigen große Begeisterung am Konzept. „Total super!“, äußert sich Jungemann. Besonders die Kreativität und das Engagement der jungen Mädels beeindrucken sie. Sie sei stolz auf uns Eichenschülerinnen, so ein tolles Projekt ermöglicht zu haben. Gleichzeitig wünscht sie sich, dass ähnliche Innitiativen in einem ruhigen Ort wie Scheeßel künftig häufiger und vor allem einfacher, mit weniger bürokratischen Aufwand, umgesetzt werden können. Umso mehr freue sie sich darüber, dass das Café seine Türen für alle geöffnet hat.
Dieser Artikel wurde von Jule aus dem 10. Jahrgang geschrieben und ist in einer abgeänderten Version ebenfalls in der Rotenburger Kreiszeitung erschienen.