Europa in der Weltpolitik – David McAllister zu Besuch an der Eichenschule
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Strafzölle aus den USA, Krieg in der Ukraine und ein spannungsgeladenes Verhältnis mit China – Europa befindet sich in einem weltpolitischen Umbruch. Mit genau diesem Umbruch beschäftigt sich David McAllister, der mittlerweile im Europäischen Parlament zu Hause ist. Der Abgeordnete der Europäischen Volkspartei (EVP) ist dort Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und ist somit unmittelbar in die europäische Außenpolitik verflochten. Herr McAllister wurde 1971 in West-Berlin geboren. Er war von 2010 bis 2013 Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, bis er dann 2014 Mitglied des EU-Parlaments wurde und seit 2017 den Vorsitz im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten innehat.
Am 10.03.2025 besuchte David McAllister die Eichenschule im Rahmen einer durch die Juniorbotschafter (JuBos) organisierten Veranstaltung für den 12. und 13. Jahrgang und beantwortete in einer Interviewrunde einige Fragen zur europäischen Sicherheits- und Außenpolitik. Die Fragen erstreckten sich von den Beziehungen der EU mit den USA über die Rolle Europas in der NATO bis hin zum Angriffskrieg in der Ukraine.
McAllister bekannte sich als überzeugter Europäer und erklärte, dass die Stärkung Europas essenziell sei. Die größten Herausforderungen der EU seien der Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und Migration.

Vor allem die transatlantischen Beziehungen seien nicht nur für Deutschland von großer Wichtigkeit. Dennoch mahnte er, dass sich Beziehung mit den USA verschlechtere, dies vor allem durch den „großen Philosophen Donald Trump“, wie er den US-Präsidenten mit einem Schmunzeln bezeichnete. Dies bringe Europa in eine verwundbare Lage. Er betonte vor allem die durch die USA verhängten Strafzölle und ihren weitreichenden Effekt auf die transatlantische Politik. Laut McAllister seien die Strafzölle ein Beginn eines möglichen Handelskrieges und eine unnötige Schädigung beider Wirtschaften – es gäbe dabei nur Verlierer. Des Weiteren erläuterte der Abgeordnete, dass „der kleinere Partner nicht den größeren“ schützen sollte. Damit spielte er auf die unausgeglichene Ausgabenverteilung in der NATO an. Diese betreffe nicht nur die EU und USA, sondern unter anderem auch Kanada. Die EU müsse in Bezug auf die Verteidigung auf eigene Beine kommen und könne sich nicht weiterhin blind auf die USA verlassen.
Zu Ende des Interviews äußerte sich McAllister zu den Angriffskrieg in der Ukraine. Es sei durchaus neu, dass die EU in den Verhandlungen so gut wie kein Mitspracherecht haben. Die aktuellen Verhandlungen in Saudi Arabien finden ohne EU Repräsentanten statt. Dies wäre eine Veränderung und stelle Trumps und Putins Sichtweise auf die EU dar. Trump würde sich vor allem für die ukrainischen Bodenschätze interessieren – ob die Ukraine nun russisch besetzt oder unabhängig ist, sei Trump letztlich gleichgültig.
Zu der Frage, ob McAllister sich eine EU-Armee vorstellen könne, antwortete dieser, dass es nicht unmöglich sei, die Hürden in der EU jedoch aktuell noch zu hoch seien. Es gäbe zum Beispiel schlichtweg zu viele unterschiedliche Waffensysteme, diese müssten – wie in den USA – vereinheitlicht werden.
Auf die abschließende Frage, was der EU-Abgeordnete den SchülerInnen mitgeben möchte, antwortete er mit einem Schmunzeln: „Macht einen Abschluss oder eine Ausbildung – Politiker ist kein Beruf!“