Für ein halbes Jahr in Deutschland – ein Interview mit Sienna

ES-Magazin: Kannst du dich als erstes einmal kurz vorstellen?

Sienna: Okay, Hi, ich bin Sienna und Austauschschülerin aus Neuseeland. Ich bin 16 Jahre alt und ich für war hier für sechs Monate hier an der Eichenschule.

ES-Magazin: Hattest du einen ersten Eindruck, als du am Flughafen gelandet bist?

Sienna: Viele sagen, dass Deutsche nicht so freundlich sind. Das war nicht mein Eindruck. Alle waren sehr nett zu mir und haben „Hallo“ gesagt, das war sehr schön.

ES-Magazin: Hattest du während deiner Zeit hier schon mal so eine Art Kulturschock? Also so, dass du gedacht hast: was ist denn das?

Sienna: Ihr habt keine Klimaanlagen! In Neuseeland haben wir in jedem Klassenraum eine Klimaanlage, in Deutschland macht ihr einfach die Fenster auf. Das ist ganz anders als in Neuseeland.

ES-Magazin: Hast du mittlerweile ein Lieblingsessen aus Deutschland, das du jeden Tag essen könntest?

Sienna: Oh ja, Franzbrötchen, die finde ich richtig lecker.

ES-Magazin: Du gehst ja in Neuseeland auf eine reine Mädchenschule. Ist es komisch, dass du hier auf einmal mit Jungs in einer Klasse sitzt?

Sienna: Wir hatten in der Grundschule schon gemischte Klassen, aber das ist jetzt ja auch schon fünf Jahre her. An die Zeit habe ich also nicht wirklich Erinnerungen. Also ja, es war ein bisschen ungewohnt, aber nach einer Weile habe ich mich daran gewöhnt.

ES-Magazin: Glaubst du, dass es komisch wird, wenn du dann wieder nur auf einer Mädchenschule ohne Jungs bist?

Sienna: Daran habe ich noch gar nicht gedacht, vielleicht, aber ich glaube eigentlich nicht.

ES-Magazin: Ihr habt an deiner Schule Schuluniformen und hier tragen wir normale Straßenklamotten. Das ist ja auch ziemlich anders und. Was magst du lieber, Schuluniformen oder normale Kleidung?

Sienna: Ich würde sagen, dass ich Uniformen lieber mag. Sonst muss ich mir jeden Morgen Klamotten raussuchen und das ist viel umständlicher.

ES-Magazin: Wie sieht eure Schuluniform aus?

Sienna: Wir haben verschiedene Uniformen für die jüngeren und die älteren Mädchen, die sehen beide ein bisschen anders aus. Die Älteren tragen so was ähnliches wie einen Anzug, die Jüngeren haben Röcke und Blusen an.

ES-Magazin: Wir haben mitbekommen, dass du sehr gerne zeichnest, und du dabei auch richtig

bist. Was ist für dich das Besondere am Zeichnen?

Sienna: Hm, wahrscheinlich, das es so Kreativ ist. Außerdem entspannt mich Zeichnen total.

ES-Magazin: Und wieso hast du angefangen zu zeichnen und vor allem wann?

Sienna: Wir haben schon früh im Kindergarten angefangen zu zeichnen, dadurch habe ich das also kennengelernt. Das muss so mit vier Jahren gewesen sein. Und in der Highschool habe ich dann im Kunstunterricht gelernt, mich zu verbessern.

ES-Magazin: Ist der Kunstunterricht hier denn anders als in Neuseeland?

Sienna: Wir machen in Neuseeland keine Theorie, zeichnen also nur. Das macht mir mehr Spaß, deshalb mag ich den Unterricht in Neuseeland auch ein bisschen lieber. Was ich hier mochte, war der Kunst-WPK, weil wir dort auch praktische Sachen gemacht haben, auch wenn ich eigentlich lieber zeichne. Neuseeland malen wir alles und das mag ich auch.

ES-Magazin: In Neuseeland wird allgemein sehr viel Hockey spielt, Hockey ist dort sozusagen ein Kultursport. Hier wird weniger Hockey gespielt, aber du hattest ja trotzdem die Gelegenheit beim Training mitzumachen. War das anders, im Vergleich zu dem Hockeytraining wie du es kennst?

Sienna: Am Anfang war das Training nicht wirklich anders als in Neuseeland, als es dann aber kälter geworden ist, haben wir drinnen in der Halle gespielt. Das habe ich vorher noch nie gemacht und fand das deshalb ein bisschen komisch. In Neuseeland spielen wir das ganze Jahr draußen.

ES-Magazin: Was ist an Hallentraining so anders als draußen zu trainieren?

Sienna: Es gibt auf jeden Fall andere Regeln, der Ball muss zum Beispiel immer auf dem Boden sein. Man muss dann ganz anders spielen, viel tiefer und mit anderer Taktik.

ES-Magazin: Während deines Austauschs hast du hier in Scheeßel gewohnt. Hast du sonst mit deiner Gastfamilie zusammen noch andere Orte oder Städte in Deutschland besucht?

Sienna: Ja genau, wir sind zum Beispiel zum Urlaub in die Niederlande gefahren. Das war richtig cool. Danach waren wir in Köln und ein paar anderen Städten, wie Bremen und Hamburg. Bremen mag ich von allen Städten, die ich gesehen hab am liebsten, da kenne ich mich aber mittlerweile auch am besten aus.

ES-Magazin: Hast du ein Lieblingswort auf Deutsch?

Sienna: Schmetterling. Einfach, weil ich das Wort mag.

ES-Magazin: Und würdest du gerne später noch mal hierher wiederkommen? Du hast auch Familie hier in Deutschland oder?

Sienna: Meine Mutter kommt ursprünglich aus Deutschland. Vielleicht kommen wir in der Weihnachtszeit her. Dann würden wir auf jeden Fall bei unserer Familie in der Nähe von Köln bleiben. Da wohnen zwei Cousinen von mir. Oder in Berlin, wo eine Tante und ein Onkel von mir wohnen. Ich hoffe, dass ich später nochmal wieder hier nach Deutschland komme.

ES-Magazin: Und was würdest du anderen Austauschschülern, die nach Deutschland kommen, mitgeben?

Siennna: Was ich jetzt im Nachhinein auf jeden Fall sagen muss, ist das Austauschschüler die Sprache vorher lernen müssen. Ohne Sprache ist es echt schwer sich zu verständigen und hier eine schöne Zeit zu haben.

ES-Magazin: Was denkst du wirst du vermissen, wenn du jetzt wieder nach Neuseeland gehst?

Sienna: Die ganzen Leute, die ich kennengelernt habe, oder das deutsche Essen, zum Beispiel Franzbrötchen (lacht). Was mir aber auf jeden Fall fehlen wird, ist die Freiheit und Unabhängigkeit, die ich hier habe. Ich kann hier in Deutschland jede Woche einfach mit dem Zug nach Hamburg oder Bremen fahren. So flexibel bin ich in Neuseeland nicht. Diese Freiheit hier liebe ich.

ES-Magazin: Und zum Abschluss: Welche typisch deutsche Gewohnheit wirst du vermissen?

Sienna: (lacht) Hausschuhe. Die haben wir in Neuseeland gar nicht, aber in Deutschland tragen sie fast alle.

ES-Magazin: Vielen Dank für diesen Einblick!

Das Interview wurde von Jule und Feemke aus dem 10. Jahrgang geführt.

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